Mountainbike Touren im Bodetal / Harz
Riesen, Prinzessinen, Hexen – und Trails
„Das sieht hier ja aus wie in den Alpen!“ Ein Biker aus unserer Gruppe schaut nach oben in die Nebelschwaden über dem Bodetal am Hexentanzplatz, im Gesicht eine Mischung aus Zweifel und Euphorie. Mountainbike Touren?! Nein, die Alpen sind das nun wirklich nicht und bei Anstiegen die kaum mehr als 250 Höhenmeter bieten, liegt der Vergleich wahrlich nicht nahe. Schließlich sind wir nur im Harz. Aber gefühlt hat er irgendwie Recht.
Wir stehen zum Tourenstart in aller Frühe vor der Seilbahnstation in Thale . Kein Wunder, dass sich Hexen und Riesen hier wohlgefühlt haben und das Bodetal vor Sagen nur so strotzt. Das Wetter ist mies, es ist kalt und die Sicht gibt lediglich felsige Berghänge frei. Der Rest verschwindet im Nebel. So gesehen sieht es in den Alpen bei schlechtem Wetter auch nicht anders aus. Marco, unser Guide von der BIKEAcademy Harz, kennt das wohl und genießt den Vergleich.
Auf dem Programm steht eine Tagestour durch das Bikerevier rund um das Bodetal im Harz. Wir hatten reichlich Auswahl an Mountainbike Touren und haben uns für eine Art Rundreise entschieden. Seine Tourenbeschreibung verspricht nicht nur reichlich Spaß, sondern auch Wetterbesserung gegen Mittag. „Na wenn der das sagt…!“ denkt sich mancher von uns. Hauptsache erst einmal aufs Bike und warm werden.
Die ersten Kilometer kurbeln alle mehr oder minder schweigend am Waldrand entlang in Richtung Stecklenberg. Tourenbiker kennen das – die Müdigkeit aus dem Körper kurbeln, seinen Rhythmus finden und in Fahrt kommen. In Stecklenberg steigen wir in den ersten Trail ein, der zur Lauenburg führt. Und plötzlich hat jeder zu tun. Von wegen Harzrand mit „kleinen“ Steigungen. Wir sitzen auf der Sattelspitze, und versuchen an den Wurzeln das Vorderrad unten zu halten. Nicht zu fassen, solche Trails kennen die meisten nur aus dem Oberharz. Dabei sind wir hier noch „unten“.
Ein Teil der Gruppe hat den Forstweg genommen, der fast parallel zum Trail verläuft. Allerdings hat dieser auch seine 12%. Aber da wir eben nicht in den Alpen biken, kommt der Puls auf dem Waldweg an der Lauenburg nach knapp 200 Höhenmetern wieder runter. Bis zum nächsten Etappenziel in Friedrichsbrunn geht es über Wald- und Forstwege, von denen es auch im östlichen Harz reichlich gibt. Man sollte wenigstens eine guten Karte bzw. GPS bei sich haben oder gleich mit einem Guide fahren. Sonst hapert es mit der Orientierung.